Beliebte Posts

Dienstag, 22. Mai 2018

Worin liegt der große Vorteil,

dass unser Hirn plastisch ist, d.h. dasss neuronale Verbindungen nicht statisch sind.



Das Gehirn von uns Menschen entwickelt und strukturiert sich selbst so, wie es benutzt wird und seit Geburt benutzt wurde. Es gibt eine Vorbestimmung bezüglich der Fähigkeit zur Vernetzung und damit auch der Lernfähigkeit. Wie sich also die Informationsnetzwerke ausbilden, ist abhängig von den Nutzungsbedingungen, die unser Gehirn vorfindet.
Als vergleichbares Bild können wir in die Welt des Computers eintauchen. Die benutzte Software beeinflusst die Hardware. Genau das ist gemeint mit dem Begriff Neuroplastizität.
Das bedeutet, dass das Gehirn zeitlebens formbar ist und auch, dass das Gehirn sich unterschiedlich strukturieren kann, je nachdem welchen Erfahrungen, sprich Umgebungsbedingungen es ausgesetzt ist.
Sind wir häufigen Bedrohungssituationen ausgesetzt, organisiert sich das Gehirn traumatoplastich - sozusagen "um das Trauma herum".
Das bedeutet, es automatisiert Überlebensreaktionen wie bspw. schnelles Anfluten von Erregung, Angst und vermehrte Stressreaktionen mit Flucht- und Kampftendenzen und auch Schutzmechanismen wie bspw. Dissoziation - darüber handelte mein gestriger Blogbeitrag. 


... ein 30 Jahre alter Papagei hilft der Tierhalterin stricken...

Auf dissoziative Zustände wird allerdings auch schon bei kleinen Stressanlässen zurückgegriffen.
Traumatische Erlebnisse bleiben - im Gegensatz zu nichttraumatischen Ereignissen - im sog. Mandelkern (Amygdala) stecken.
Das hat zur Folge, dass diese Ereignisse nicht in Form gewöhnlicher Erinnerungen gespeichert werden, sondern in Form von Gefühlszuständen, körperlicheen Empfindungen und / oder visuellen Vorstellungen, die zeitlos sind und wegen der Blockierung auch den modifizierten Einflüssen der Großhirnrinde nicht zugänglich sind. Oft können sie wegen der Blockierung der Sprachzentren auch nicht benannt werden.
Bei guten Umgebungsbedingungen, d.h. einem sozialen Umfeld, was Sicherheit, Trost und Versorgung bereitstellt, kommt es normalerweise innerhalb von ca. 4-12 Wochen zur Verarbeitung des Geschehens.
Gelingt das nicht, können diese neuronalen Verbindungen während einer traumaorientierten Psychotherapie neu vernetzt werden. Der wichtigste Begriff der Therapie ist die Stabilisierung, d.h. die Erarbeitung von stabilen äußeren und inneren Verhältnissen auf der körperlichen, emotionalen und sozialen Ebenen.
Traumatherapie ist v.a. ein Antistresstraining.



Buchempfehlung: Der verlorene Schatten mit über 100 FÜNF-STERNE-Rezensionen auf amazon, rezensiert von Farsin Behnam, Korrespondent & Redakteur, Bayerischer Rundfunk: Der zweite Roman von di Cesare ist so ganz anders als erwartet. Und genau das macht ›Der verlorene Schatten‹ zu etwas Besonderem. Eine Erzählung mit vielen spannenden, erotischen und tiefgründigen Momenten. Wirklich wunderbar…
www.sllounge.de

bestellen auf amazon (auch als Kindle Edition erhältlich)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Das Geheimnis über die Liebe und Partnerschaften…

das gerne verschwiegen wird. In jeder sog. Liebesbeziehung reinszenieren wir unbewusst ungeklärte Konflikte unserer Kindheit.  Jed...