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Montag, 21. Mai 2018

Die Zersplitterungen von einem Gefühl...

welche Folgewirkungen hat ein Trauma auf uns Betroffene. Erste Regel in der Traumatherapie: Nicht wir sind verrückt, sondern was wir erlebt haben ist verrückt.



Beschreiben wir zunächst die Kennzeichen eines schweren Traumas. Hierbei handelt es sich um...
(1) physische und / oder psyschiche Todesnäheerfahrung
(2) Überwältigtsein von unerträglichen Geschehnissen
(3) nicht davor fliehen und dagegen ankämpfen können
(4) Abspaltung des Unerträglichen ins Traumagedächtnis, das unabhängig ist vom biographischen Gedächtnis

Wir sind als Menschen - wie alle anderen Lebewesen auch - auf das Überleben des Einzelnen und der Art angelegt. Bei Gefahr schaltet unser Körper um auf "Notfallmechanismen", d.h. eine ganze Reihe von Systemen werden im Körper in Gang gesetzt, um das Überstehen / Überleben einer gefährlichen Situation zu gewährleisten. Der Körper schaltet um auf stammesgeschichtlich ältere Hirnareale unter Umgehung der Großhirnrinde. Diese Umschaltung hat wesentlich schnellere Reaktionszeiten aufgrund reflexartiger Vorgänge zur Folge.
Wir sprechen von einer Bereitstellungsreaktion, in der alle Systeme auf die drohende Gefahr eingestellt werden: Anspannung der Muskeln, schnellere Atmung...
Einen wesentlichen Anteil daran hat der Sympathikusanteil des vegetativen Nervensystems.
Wir müssen wissen, dass alle Erlebnisse / Ereignisse in irgendeiner Weise eine Bedeutung für uns haben. Sie werden in unserem Gedächtnis gespeichert.

Als Selbstschutzmechanismus kommt es zur peritraumatischen Dissoziation, wobei es u.a. zu einer Fragmentierung aller Erlebnisaspekte des traumatischen Ereignisses kommt. Wir sprechen dann von dissoziativen Störungen. Die Gesamtpersönlichkeit wird erschüttert und infolge dessen kann es zu Rissen in der Persönlichkeit kommen. Das vollständige Bild des Traumas wird zersplittert im Gedächtnis abgespeichert. 
Wir können uns das bildlich so vorstellen, dass ein Spiegel in tausend Einzelteile zerfällt. Da werden auch die Gefühle nicht ausgenommen.
So lässt sich auch erklären, warum bspw. ein Geruch ein Trigger darstellen kann, denn er erinnert uns unweigerlich an unser erlebtes Trauma. Sogleich verfallen wir in den Erstarrmodus, sind unfähig, unser Leben zu meistern, da wir wie in einer Zeitmaschine in die Vergangenheit zurückkatapultiert werden. Dann sprechen wir von einem Retrauma.
Wir Betroffene werden also mit den Fragmenten unserer traumatischen Erinnerung immer und immer wieder konfrontiert.
Wir sind nicht verrückt, sondern reagieren "normal" auf die sich uns zeigende Gegenwart. Dieser Ansatz allein ist schon sehr hilfreich für uns Betroffene, da wir oft an uns selbst zweifeln.



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